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Finde in deine Kraft mit YinYoga, Meditation, Intuition, Frauenkreise und Kakaozeremonien

Heute ist der 8. April und es ist wieder Zeit für ganz bewusstes Innehalten. Noch bewusster als ich sonst innehalte, denn schließlich ist heute der 8. des Monats und Zeit, 8 achtsame Momente nicht nur zu erleben, sondern auch aufzuschreiben und mit dir zu teilen. 

DANKE an Susanne von atemsinn.ch für die Idee zu diesem Blogformat.

Heute ist Mittwoch, ein nicht ganz normaler Mittwoch, denn es sind Schulferien. Das Osterwochenende liegt hinter uns und noch ein paar ruhige, freie Tage vor uns. Das ist der erste Gedanke, der mir in den Sinn kommt, als ich aufwache. 

Und schon sind wir mittendrin in den 8 achtsamen Momente, die ich heute mit dir teilen möchte. Alle sind irgendwie Genussmomente und ich bin so dankbar am Ende des Tages auf diese Liste genussvoller und achtsam erlebter Momente zurückschauen zu können, denn das war wirklich kein normaler Mittwoch. 

Hier kommen meine 8 achtsamen GENUSS-Momente

  1. Von Vögeln geweckt – mein sanfter Start in den Tag 
  2. Meiner Zeit voraus
  3. Wenn Ehrgeiz den Genuss stört
  4. Schreiben mit allen Sinnen
  5. Wenn der Körper sich meldet
  6. Entspannung wie Wellen
  7. Mein Körper wird schwer und fließt
  8. Der Moment dazwischen


Von Vögeln geweckt – mein sanfter Start in den Tag

Ich wache auf. Ohne Wecker, sondern vom Vogelgezwitscher. Es kommt mir so vor, als zwitschern sie schon lange, als wäre schon länger dieses Geräusch in meine Träume gedrungen. Aber jetzt nehme ich es bewusst war. Es wird Tag. Ich ahne mit geschlossenen Augen schon, dass es draußen hell wird, aber noch darf ich die Augen geschlossen halten. Ich weiß, es sind Ferien. Niemand muss pünktlich raus, also sehen ich mich innerlich noch einmal zurück und genieße den Moment. Spüre die warme gemütliche Decke auf mir. Spüre den weichen Stoff dort, wo meine Wange das Kissen berührt. Ich spüre die Kühle der Morgenluft in meinem Gesicht und ziehe behaglich die Decke noch etwas fester um mich. Und dann wende ich meine Aufmerksamkeit den Vögeln zu. Ich versuche zu schätzen, wie viele es sind, versuche Stimmen zu unterscheiden. Es fällt mir schwer – zu schön ist der Gesamteindruck. Ich lasse mich treiben mit den Tönen und schließlich anstecken – für mich haben sie in diesem Moment ganz viel Leichtigkeit in sich und Lebensfreude. Ich spüre, wie ich unwillkürlich zu lächeln beginne und mich auf den Tag freue. 

Meiner Zeit voraus

Dieses Gefühl von Vorfreude bewahre ich in mir als mich mein Weg in die Küche führt. Ich genieße die Vorfreude auf den Tag im Allgemeinen, aber auch die Vorfreude, auf das, was jetzt unmittelbar folgt:
Ich öffne die Kühlschranktür um die Hafermilch zu nehmen.
Ich gieße die Hafermilch in die kleine Kanne, die genau dafür vorgesehen ist.
Ich erhitze die Hafermilch.

Ich nehme eine Tasse aus dem Küchenschrank – und freue mich, dass meine Lieblingstasse sauber auf mich wartet.
Alle diese Einzelheiten haben ihr ganz eigenes Geräusch. Ich weiß in jedem Moment, wie der nächste Moment klingen wird – und freue mich jetzt schon auf genau dieses Geräusch. Wie eine Uhr, die ein paar Sekunden vor geht.
Als mir das bewusst wird, schenke ich mir noch ein Lächeln – und freue mich über diese geballte Ladung an Vorfreude. 


Wenn Ehrgeiz den Genuss stört

Du kennst das schon, fast jeden Tag ist mein zweiter achtsamer Moment der Moment, wo ich mich mit meiner Tasse Cacao nach draußen setze. Normalerweise in Stille. Auch heute setze ich mich mit meinem Cacao nach draußen. Freue mich auf die Minuten ganz allein mit mir und meinem Notizbuch. Aber heute bin ich nicht allein. Ich bin sicher, in der Tanne auf dem Nachbargrundstück, vielleicht 4 m entfernt, sitzt ein Vogel und singt. Ich höre ihn ganz deutlich, ganz nah. Und sehe ihn doch nicht. Die dichten Zweige der Tanne verbergen ihn perfekt. Ich versuche an dieses Gefühl von Genuss und Leichtigkeit von vorhin anzuknüpfen und seinen Gesang einfach zu genießen. Es gelingt mir nicht. Zu groß ist mein Ehrgeiz, diesen Vogel zu sehen, wo ich ihn doch so nah hören kann. Und ja, mein Ehrgeiz. Ich halte inne, habe ich in dieser Situation wirklich Ehrgeiz? Ich kann es gar nicht glauben, aber ja, so ist es. Es wurmt mich, dass ich diesen Vogel nicht finden kann. Er singt unbeeindruckt weiter und ich „verschwende“ meine kostbaren Morgen-draußen-Minuten mit Ehrgeiz. Ich kann es wirklich nicht fassen, aber als mir das bewusst wird, ist mein Cacao schon leergetrunken, ohne dass ich das bewusst oder gar achtsam wahrgenommen hätte. Uiuiui. Was den Genuss angeht war das kein achtsamer Moment. ABER: was diesen Prozess in mir angeht, den Ehrgeiz spüren, die Irritation wahrnehmen, die der Ehrgeiz auslöst und zu beobachten, wie ich innerlich den Kopf schüttle über mich selbst – das war ein achtsamer Moment. Auch, wenn er mich ein bisschen ratlos zurücklässt. Aber das darf er. 


Schreiben mit allen Sinnen

Später am Morgen liege ich auf meinem Bett und schreibe – eine neue Meditation. Mit Notizbuch und Bleistift. Heute ist mir nach Notizbuch und Bleistift. Und ich genieße es. Nehme zunächst Kontakt auf zu meinem Bleistift, der so glatt und fest in meiner rechten Hand liegt. So ganz anders als das Notizbuch, auf dem meine Hand liegt. Es ist weich, biegsam und hält hier ohne Unterlage kaum still. Ich fahre mit der linken Hand, der ganzen linken Hand über die Seite, nehmen die Textur des Papiers wahr. Ein wenig rau und glatt gleichzeitig. Geht das? Es fühlt sich in diesem Moment so für mich an. Ich bemerke, wie ich unwillkürlich die Stirn runzle über diese Gedanken und mich dann aber dem Schreiben hingebe. Ich lasse die Worte fließen und den Bleistift über das Papier. Es fühlt sich „reibungslos“ an. Ohne jeden Widerstand gleitet der Stift über das Papier, Zeile für Zeile entsteht eine neue Welt. 

Wenn der Körper sich meldet

Ich bin so vollkommen versunken in mein Schreiben und in die Visualisierung der Welt, die ich erschaffe, dass ich meine Welt gar nicht mehr wahrnehme. Meine Welt muss sich erst schleichend wieder meine Aufmerksamkeit zurückerobern. Und das tut sie. In Form von Kopfschmerzen. Danke dafür. In der Rückschau erkenne ich, dass ich schon einige Zeit eine Art Störgefühl hatte, ein Unwohlsein, dass ich nicht zuordnen konnte. Jetzt merke ich es deutlich: meine Stirn liegt in tiefen Falten, meine Kiefer sind aufeinander gepresst, sogar meine Wangen angespannt. Wow. Dieses Gefühl mag ich gar nicht. Ich nehme sofort den Widerstand in mir war „Das soll weggehen“. Irgendwie wundert mich das, denn Achtsamkeit bedeutet ja auch, die Dinge so sein zu lassen, wie sie gerade sind. Und die Dinge nicht zu bewerten. Also ist „Das soll weggehen“ kein Ausdruck von Achtsamkeit. Als mir das klar wird, beobachte ich dieses Gefühl von Angespanntheit und die Form meines Kopfschmerzes (ein schmerzhafter, dunkler Nebel hinter der Stirn, der wabert und sich permanent verändert) ein paar Augenblicke und entscheide dann, dass der Achtsamkeit genüge getan ist, und ich sehr wohl jetzt entscheiden darf, etwas an der Situation zu verändern. 

Entspannung wie Wellen

Ich gönne mir, ganz aufmerksam und in aller Achtsamkeit, die Anspannung in meinem Gesicht gehen zu lassen. Ich lasse zunächst ganz bewusst die Falten in meiner Stirn gehen, versuche, die Stirn zu glätten – durch loslassen….. Ich liebe es. Dieses Gefühl, wie die Spannung sich zurückzieht. Langsam, sanft, wie Wellen, die über den Sand laufen und wieder ins Meer zurück. Meine Stirn fühlt sich größer an, ich kann wieder in kleines bisschen mehr geradeaus schauen (so kommt es mir jedenfalls vor). Weil sich das so gut anfühlt, richte ich den Blick in die Ferne. Gut, genau genommen an die Wand gegenüber, aber das ist schon ziemlich fern im Vergleich zu „auf das Notizbuch in meinem Schoß“. Und ich nehme ganz deutlich wahr, dass sich auch meine Augen entspannen. Sie scheinen auch innerlich größer zu werden. Das finde ich spannend. 

Mein Körper wird schwer und fließt

Um nicht direkt wieder in die Anspannung zu gehen, lege ich mein Notizbuch beiseite, mache ein Hörbuch an, lehne mich zurück und schieße die Augen. Das ist interessant, sogar das innerliche Zurücklehnen ist spürbar. Obwohl ich ja schon lag, lasse ich ganz bewusst den Körper schwerer werden, lasse noch ein bisschen mehr los. Ganz ohne Reihenfolge, einfach dort, wo ich noch Spannung wahrnehme – und jetzt kann ich wahrnehmen, wie ich tiefer in mein Kissen, tiefer in die Matratze sinke. Es scheint mir sogar als fließe ich etwas auseinander, als dehne ich mich zu Seiten etwas aus, werde dafür aber flacher…. Sofort springt mein Verstand ein „Was ist das denn für ein Quatsch?“  Ich schenke ihm ein Lächeln und wende mich dann der Stimme in meinen Kopfhörern zu. 

Der Moment dazwischen

Ich folge der Stimme in einen Park in San Francisco (?). Vielleicht, oder irgendwo in Kalifornien. Sie erzählt von den Vögeln, die dort im Park leben, am Boden sitzen und – singen. Meine Aufmerksamkeit driftet davon mit singenden Vögeln. Ich denke noch „das passt ja zu heute Morgen“ und dann lösen sich die Stimme und die Stimmen der Vögel auf. Ich bin in diesem Zustand, so ganz kurz vor dem Einschlafen. Nicht mehr wach und noch nicht eingeschlafen. Es ist wie schweben, in Watte, alles so wie gepolstert. Mein Körper, der eben noch so schwer war, fühl sich jetzt ganz leicht an, mein Bett oder die Decke spüre ich nicht mehr. Zunächst versuche ich den Moment festzuhalten – es ist ein schöner Moment- doch dann lasse ich los und treibe davon in den Schlaf. 


Wenn ich jetzt auf diesen Tag zurückblicke, bin ich voller Dankbarkeit für diese Momente. Vielleicht waren nicht alle „schön“ im klassischen Sinne, und doch habe ich alle genossen. Jeden für sich – mit all den Erkenntnissen, die darin lagen. Denn das macht für mich auch den Reiz von Achtsamkeit aus: dieses Beobachten von manchmal so absurden Reaktionen unseres Verstandes, die wir sonst so selten bemerken.

Wenn du auf deinen Tag zurückblickst, was ist dein Genussmoment? Welchen magst du festhalten? In deinem Notizbuch oder einfach in deiner Erinnerung?

Von Herzen Christina 

Du möchtest dir Pausen ohne Schuld erlauben? Zur Ruhe kommen? Erholsam schlafen?


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