Montagmorgen, ich wache auf und habe eine lange ToDo-Liste im Kopf. Montagmorgen. Schon wieder- und ich habe nicht so richtig Lust, die Woche zu beginnen.
Trotzdem stehe ich schließlich auf und stelle mich der Woche. Beim Frühstück sagt meine Tochter „Ich könnte schon wieder Wochenende haben.“ Und innerlich stimme ich ihr zu. Dann fällt mein Blick auf den Kalender – heute ist der 8. des Monats.
Also ist wieder Zeit für einen Tag voll achtsamer Momente. Das hebt meine Stimmung ein bisschen und gleichzeitig schelte ich mich dafür. Ich erinnere mich: ich darf jeden Tag mit 8 achtsamen Momenten feiern. Alle, in diesem Fall, 30 Tage des Monats.
Aber ok, es ist Montag. Ich will mal sanft mit mir sein. Und weil Montag ist, widme ich meine 8 achtsamen Momente heute meinen Pausenmomenten. Großen, wie kleinen.
DANKE an Susanne von atemsinn.ch für die Idee zu diesem Blogformat.
Hier kommen meine 8 achtsamen Pausen-Momente:
- Frische Luft für müde Augen
- Der erste Schluck Cacao
- Ein gemeinsamer Seufzer
- Geschafft. Die Email und mich.
- Die Welt bleibt draußen
- Ein Lächeln statt Selbstkritik
- Rhabarber in Pink
- Dankbar für diesen Montag
Frische Luft für müde Augen
Gerade, weil ich beim Aufstehen solche Mühe hatte, habe ich als allererstes das Schlafzimmerfenster weit geöffnet und einen ersten, ganz tiefen Atemzug genommen. Frische Sommerluft, die mich belebt. Zumindest innerlich. Die Augen kann ich immer noch nicht ganz öffnen.
Der erste Schluck Cacao
Dann der obligatorische Cacao auf meiner Terrasse, noch bevor irgendjemand etwas von mir will. Heute probiere ich eine neue Sorte. Ich habe sie mir extra aufgehoben für einen Moment, in dem ich mir etwas Gutes tun möchte. Heute, am Montagmorgen, ist so ein Tag, so ein Moment. Mein Cacao duftet. Ich schließe die Augen, genieße den Geruch und nehme dann den ersten Schluck. Wundervoll süß schmeckt er. Heute brauche ich genau das.
Und dann fährt auch schon der Nachbar zur Arbeit. Verflixt, offensichtlich bin ich spät dran. Der Übrige Cacao muss leider warten.
Ein gemeinsamer Seufzer
Dann das Frühstück mit meiner Tochter. Sie hat keine Lust auf Schule. Sie seufzt aus tiefstem Herzen. Das ist ansteckend. Auch ich seufze tief und lege dann meine Hand auf ihre. „Ja, es könnte schon wieder Wochenende sein!“ und dann genieße ich diesen Moment. Einen Augenblick nur tiefer Verbundenheit, stilles Verständnis – bevor sie, ganz der Teenie, meine Hand abschüttelt.
Geschafft. Die Email und mich.
Ich schreibe eine Email und dann noch eine. Dabei spüre ich schon, dass ich verkrampfe. Ich spüre, ich bin nicht auf der Höhe. Als die zweite Mail dann doch den Postausgang verlässt, schließe ich die Augen. Halte inne. In meinem Kopf rasen die nächsten ToDos. Ich bemühe mich, nicht hinzuhören, sondern konzentriere mich auf meine Augen. Auf das Dunkel hinter meinen Augenliedern. Auf das Gefühl, als sich die kleinen Muskeln um die Augen entspannen. Und auf mein innerliches Seufzen. Wie Luft, die aus einem Ballon entweicht, fühlt es sich an. Geschafft. Die Mail und mich.
Die Welt bleibt draußen
Nach dem Mittagessen zeigt sich ganz deutlich: ich brauche Pause. Eine Große diesmal. Ich lege mich auf mein Bett, schließe die Tür und dann die Augen. Verschließe mich vor der Welt. Wie wundervoll. Ich bin bei mir. Die Welt bleibt draußen. Ich spüre hinein in dieses Gefühl von Ruhe und von Sicherheit. Ich liebe diesen Moment, wenn mein Körper sich ausstreckt und ich spüre, wie meine Arme und Beine schwer werden. Ich mich abgebe und langsam einschlafe.
Ein Lächeln statt Selbstkritik
Huch, ich bin tatsächlich eingeschlafen. Das war nicht meine Absicht. Ich wollte mir eine Session Tiefenentspannung mit Yoga Nidra, dem Schlaf der Yogis, schenken. Als mir klar wird, dass ich das vermasselt habe, hole ich innerlich schon Luft um mit mir zu schimpfen.
Gerade rechtzeitig halte ich inne. Ich schaffe es, mir ein Lächeln zu schenken und mit Mitgefühl zu reagieren. Es ist schließlich Montag. Da brauche ich alles nicht so ernst zu nehmen.
Rhabarber in Pink
Ein ruhiger Nachmittag vergeht, als ich der Ruhe tatsächlich so etwas wie überdrüssig werde und einen Anflug von Tatendrang verspüre. In der Biokiste liegt noch Rhabarber, der geputzt werden möchte. Ein paar kleine Stangen nur, aber perfekt für meine Pause vom Nachmittag. Ich schäle eine nach der anderen – es riecht so intensiv, säuerlich und frisch. „Sauer macht lustig“ schießt durch meinen Kopf und ich muss lächeln. Mein Blick fällt auf den pinken Saft, der meine Finger hinunterläuft. Wieder spüre ich mein Lächeln- das ist wirklich mal eine andere Farbe. In diesem Moment bin ich ganz bei mir, bei dem Rhabarber. Es ist kein Platz für Gedanken an ToDo Listen und so kann ich die Tätigkeit des Rhabarber-Putzens tatsächlich als Pause empfinden.
Dankbar für diesen Montag
Abends im Bett ist mein Körper schwer, meine Augen brennen und ich sehne den Schlaf herbei. Vorher lasse ich noch kurz den Tag Revue passieren. In Anbetracht der Tatsache, dass heute Montag war, bin ich doch gut durch den Tag gekommen. Finde ich. Dankbarkeit steigt in mir auf und ich schließe beruhigt die Augen.



Schreibe einen Kommentar