Warum Schreiben für mich kein ToDo, sondern eine Notwendigkeit ist
Ich bin Christina
Ich bin Schreiberin – Writerin.
Nicht Autorin. Ich schreibe nicht, damit am Ende ein Buch steht.
Ich schreibe wegen des Schreibens. Das Schreiben ist der Weg und das Ziel.
Ich habe immer das Bedürfnis zu schreiben:
Ich schreibe, wenn es mit schlecht geht – dann geht es mir besser.
Ich schreibe, wenn es mir gut geht – dann feiere ich den Moment.
Ich schreibe, wenn ich etwas beobachte, ich halte es fest.
Ich schreibe, wenn ich etwas nicht verstehe: Ich schreibe Fragen, finde schreibend Antworten.
Ich schreibe aus Freude, aus Wut, aus Trauer und allen Gefühlen dazwischen.
Häufig aus Verwunderung oder stiller Bewunderung – des Augenblicks.
Ich schreibe gegen Einsamkeit und gegen zu viel Input.
Und am Ende steht ein Text. Manchmal auch mehrere. Writerin eben.
Mein schreibender, geschriebener Alltag:
Morgenseiten für den Start in den Tag
Nicht verhandelbar. Die ersten 15 Minuten des Tages gehören mir. Und meinen Morgenseiten. Drei Seiten Bewusstseinsstrom fließen in mein Notizbuch, raus aus dem Kopf, raus aus dem Körper. Dann bin ich bereit für den Tag. Ganz egal, ob um sieben oder um zehn.
Schreibend den Abend ausklingen lassen
Nicht unbedingt fließend. Nicht mit Prompt. Aber schreibend.
Auch nicht täglich, aber wann immer es geht: Es ist häufig das Letzte, das ich tue. Ich liebe das Gefühl nach dem Schreiben einzuschlafen. In dem guten Gefühl, dass ich etwas zu Papier gebracht habe.
Der Morgen danach
Im Wachwerden das Bewusstsein, dass der Abend etwas zu Papier gebracht hat – und über Nacht heimlich, still und leise noch die eine oder andere Erkenntnis dazugekommen ist. Ich liebe es, so in den Tag zu starten.
Dann geht das Schreiben ganz von selbst. Wie essen und trinken. Und es bleibt nicht mehr die Frage: „Wann nehme ich mir die Zeit dafür?“
Zwischen Morgen und Abend
Ein Tag voller Möglichkeiten, Beobachtungen, Erkenntnisse. Deshalb ist mein Notizbuch immer dabei. Papier und Bleistift. In jeder Handtasche. Immer verfügbar. Nicht nur zuhause, auch unterwegs.
Meine Inspirationshilfen
Eine Tasse Ritualcacao, eine Kerze. Dazu eine ganze Liste angefangener Projekte in ganz unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung. So ist für jede Stimmung etwas dabei, an dem ich weiterschreiben kann – oder ich fange etwas ganz Neues an.
Mein Highlight der Woche
„Schreiben im Cafe“. Buchstäblich. Es klappt nicht jede Woche, aber wenn, genieße ich es in vollen Zügen: Entweder mit Beobachtungen von Ort oder Prompts aus „Schreiben im Cafe“ – aber immer mit Cappuccino und Natalie Goldberg an meiner Seite.
Technik, die begeistert
Es gibt sie die Momente, da liege ich mit geschlossenen Augen – öfter als du dir vorstellen kannst. Dann bin ich ganz in mir, in meiner Vorstellung. Erschaffe träumend Traumreisen.
Oder Argumente für und wider, hin und her, für meine neueste Beobachtung. Dann kann Stift und Papier zu viel sein und gleichzeitig zu wenig: Zu wenig schnell.
Dann denke und fühle ich schneller als ich schreiben kann.
In diesen Momenten feiere ich mich für Technik.
Für meine Technik des 10-Finger-Schreibens:
Liegend mit geschlossenen Augen, Laptop auf dem Schoß.
Wenn es noch schneller gehen muss meine Diktier-App:
Mit geschlossenen Augen formulieren und direkt diktieren.
Später transkribieren und korrigieren. Hauptsache kein Gedanke vergeudet.
Ich bin Writerin und schreibe mich durch den Tag.
Diesen Text teile ich mit dir als meinen Beitrag zur Blogparade „Schreiben trotz Alltag“ im Juli 2026. Diese Blogparade wurde ausgerufen von Pia von Online-Schreibworkshop.de
Danke für das Thema und die Inspiration zu diesem Text.








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