Wann ist also Pause erlaubt?

Warum diese Blogparade?

15 Blogartikel, 15 wunderbare Menschen, die über Pause nachgedacht und ihre Gedanken, Erfahrungen und Tipps zu Papier gebracht haben. Mehr als 100.000 Zeichen, mehr als 15.000 Wörter rund um Pause. Zum Teil mit wissenschaftlichem Hintergrund, zum Teil aus beruflicher Praxis, und immer sehr persönlich. (oh, und da ist meiner noch gar nicht mitgezählt)

Das ist die Bilanz meiner Blogparade: „Wann ist Pause für dich erlaubt?“

Mit Freude und auch einem gewissen Maß an Rührung blicke ich auf diese Blogparade zurück und darauf, was daraus entstanden ist: ein Austausch über viele Berufe und Lebensalter hinweg, mit vielen Facetten und einigen Gemeinsamkeiten: Pause ist vielfältig, nicht immer einfach, aber – die gute Nachricht – wir können es lernen.

Was aber auch fast überall spürbar ist: Pause hat ein schlechtes Image. In unserem Umfeld und heimlich auch in uns. Häufig schwingt hier ein Satz wie „Leistung bestimmt deinen Wert“ mit, der es eben schwierig macht, uns Pausen dort zuzugestehen, wo wir sie brauchen.

Umso schöner zu lesen, dass viele der Schreibenden selbst diesen Wandel erfahren haben von „Pausen am liebsten gar nicht, oder nur im Notfall“ hin zu „Pausen sind wertvoll und ich erlaube mir, sie mir zu nehmen.“

Voller Dankbarkeit für die Offenheit und das Engagement der Schreibenden, stelle ich dir hier die einzelnen Artikel vor. Lesenswert und ganz besonders sind sie alle!

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15 Perspektiven auf die Frage: Wann ist Pause erlaubt?

Ben von juniors-welt ist Schüler und hat auch schon die Erfahrung gemacht, dass man „komisch ist, wenn man Pause macht“. Aber er lässt sich davon nicht beeindrucken. Zu wichtig ist ihm seine Pause, die er liebevoll „Dröseln“ nennt. Und mehr noch, er empfiehlt allen: „mehr Zeit für sich selbst zu nehmen ist cool.“ Danke Ben für deine deutlichen Worte.

Astrid von Kaffeekochen-war-gestern beobachtet, dass sie sich selbst Pausen erlaubt. Allerdings fällt es ihr leichter, sich Pausen zuzugestehen, wenn sie anschließend mit mehr Fokus, mehr Produktivität etc. belohnt wird. Eine Pause erlauben, weil der Körper sie „einfach“ braucht, z.B. wenn eine Migräne im Anflug ist, fällt ihr noch immer ungleich schwerer. Auch bei ihr findest du Beispiele für kleine, alltagstaugliche Pausen, die das Leben bereichern können.

Sabine aus dem Mausloch hat für sich den Wert von Pausen fast schon kompromisslos erkannt und verteidigt ihre Pausen, wann immer es geht. Sie bringt es auf den Punkt mit: „Pausen stärken mich. Und auf mich selbst zu achten finde ich nicht verkehrt!“ Im Grunde ein kraftvolles Plädoyer, das die Frage infrage stellt und so meine Vision von Pausenkultur schon lebt.

Daniela Köster geht in ihrem Artikel ganz praktisch auf die Frage nach der Zeit „Wann?“ ein und nimmt damit schon einer Aussage, die ich häufig im Zusammenhang mit Pause höre, nämlich „dafür habe ich keine Zeit“, den Wind aus den Segeln. Ihr Ansatz: Energiemanagement – weil der Körper nicht jeden Tag gleich leistungsfähig ist. Und dann ergeben sich Pausen fast ganz von selbst, wenn nämlich der Körper eine Pause braucht. Du findest hier eine genaue Anleitung für Energiemanagement und zusätzlich kleine Pausenideen.

Anna Koschinski teilt ihre Erfahrung mit der ständigen Reizüberflutung und warum für sie große Pausen, wie ein ganzer Urlaub, wenig zur Entspannung beitragen. Auch sie hat für sich kleine, aber regelmäßige Auszeiten eingeplant – die nicht unbedingt mit Nichtstun zu tun haben müssen, aber immer die Option des Nichtstuns bereithalten. Außerdem betont sie, wie wichtig die Menschen in unserem Umfeld für das Gelingen einer erholsamen Pause sein können. Nachahmenswert.

Jenny von weitglücklich teilt ihre Erfahrungen mit „Ruhe im Alltag finden“. Sie teilt ihre Schwierigkeiten, aber auch Antworten auf die Frage, warum uns Ruhe so schwer fällt. Auch hier spielt der Leistungsgedanke eine Rolle. Weitglücklich schenkt uns ihre Definition von innerer Ruhe zusammen mit einer Einladung an uns Lesende, die ersten konkreten Schritte in Richtung innere Ruhe zu unternehmen. Probiere es gleich aus.

Auch Elisabeth Morri erlebt in ihrer Arbeit immer wieder, wie eng in unserer Leistungsgesellschaft Pause mit Faulheit assoziiert ist und sie begegnet dieser Fehleinschätzung mit Wissen aus der Neurobiologie – mit Quellenangaben zum Weiterlesen. Außerdem heißt es bei ihr: „Pause ist kein Zugeständnis an Schwäche, sondern ein Akt der Selbstachtung und der aktiven Gesundheitsförderung.“ Sie bezieht in ihre Arbeit regelmäßig die drei Ebenen Körper, Geist und Emotionen ein, mit dem Ziel, Pause zu erlauben. Im Artikel findest du zusätzlich kleine Pausenideen für einen Einstieg. Denn wann ist Pause erlaubt? „Jetzt. Immer. Bedingungslos.“

Andrea Stoye nimmt uns mit in ihre ganz persönliche Geschichte, die so nachvollziehbar ist, dass viele von uns sich in Teilen wiedererkennen werden. Ich jedenfalls habe während des Lesens innerlich immer wieder mit dem Kopf genickt. Sie beschreibt ihr früheres Verhältnis zu Pause: „Erst, wenn alles erledigt war.“, analysiert, warum sie so geprägt war und lässt uns dann aber teilhaben an ihrem neuen Verständnis von Pause. Mit „Pause … braucht keinen Zweck, auch wenn mein Kopf manchmal noch nach einem sucht.“ wird deutlich, dass „Pause lernen“ ein Prozess ist, stimmt aber gleichzeitig optimistisch, dass wir alle in ein milderes Verhältnis zu Pause wachsen können.

Marion Kellner beschreibt auch ihre persönliche Erfahrung mit der Schwierigkeit, Pausen zuzulassen, und es ihr jetzt zunehmend besser gelingt. Zusätzlich fügt sie die besondere Perspektive „Warum Pause jetzt (in den Wechseljahren) noch wichtiger ist“ an. Auch hier gibt es Hintergrundwissen und medizinische Gründe für Pause.

Tina Baier lebt ein entschleunigtes Leben – und erfährt im Dialog immer wieder, dass „andere dafür keine Zeit haben.“ Auch sie erlebt, dass „Langsamkeit schnell mit Faulheit, Langeweile oder fehlendem Ehrgeiz verwechselt wird“ und es wahrscheinlich nie den Zeitpunkt gibt, an dem wir nichts mehr zu tun haben. Nichtsdestotrotz entscheidet sie sich Moment für Moment immer wieder dagegen, alles mitzumachen, und eher dafür, scheinbar leere Momente zuzulassen. Auch sie hat Ideen, wie wir beginnen können zu entschleunigen, denn „vielleicht brauchst du nur den Mut, einen kleinen Teil der Zeit, die du bereits hast, wieder selbst zu bestimmen.“ Das macht mir Mut!

Maria Veit widmet ihren ausführlichen Artikel der großen Pause, die wir uns alle gönnen sollten: dem Nachtschlaf. Sie stellt übliche Schlafräuber vor und dazu einige hilfreiche und wenig zeitaufwendige Abendrituale, die uns helfen können, nicht nur zu schlafen, sondern uns auch wirklich zu erholen.

Martha von Bunte-Küchenabenteuer schildert ihren ganz persönlichen Weg, der ganz bezeichnend beginnt mit der Frage „Pausen? Welche Pause?“ Mittlerweile hat sie eine andere, wenn auch nicht ganz einfache, Beziehung zu Pausen. Nicht ganz einfach, weil das Umfeld wenig Verständnis zeigt. Aber „privat bin ich die einzige Person, die mir Stress machen darf“ ist, wie ich finde, ein wundervoller Abschluss oder Zwischenstand auf dem Weg hin zu erlaubten Pausen.

Stephanie Crumbach teilt in ihrem ausführlichen Artikel auch ihr Verhältnis zu Pause, wie es gehen kann, aber auch, was ist, wenn der Alltag dazwischenkommt. Dazu wissenschaftliche Hintergründe zu unseren Energieschwankungen im Laufe des Tages – als weiteren guten Grund dafür, uns nicht immer die gleichen Höchstleistungen abzuverlangen. Denn in ihren Worten „so gehört Pause bei mir ganz selbstverständlich dazu, nicht als Ausnahmen, sondern als fester Teil meines Rhythmus“.

Jennifer Dillmann teilt mit uns einen Dialog, den sie so oder so ähnlich immer wieder mit ihren Patienten führt. Wir dürfen erleben, wie ganz behutsam die Perspektive wechselt von „Für Pause habe ich keine Zeit“, über „Pausen sind sinnlos vertane Zeit“ zu „Ich habe es mal ausprobiert, und es hat mir irgendwie gut getan“. Und schließlich teilt auch Jennifer ihre ganz persönliche Erfahrung: „Pausen sind leider keine Selbstläufer. Aber je öfter ich trainiere, desto besser werde ich darin.“ Das macht doch Mut.

Inga beschreibt auf Wildkrautbraut.de, wie schwer es ihr fällt, Pausen einzurichten, wenn sie im Flow ist. Mitten im Tun und noch so viele Gedanken aus ihrem Kopf aufs Papier wollen. Auch sie spürt: „Pause fühlt sich erst erlaubt an, wenn mein Kopf leer genug ist“. Und doch macht sie eine Pause und macht sie zudem sichtbar – auch um den Druck, der auf uns allen lastet, immer effizient sein zu müssen, zu reduzieren. Gelebte Frauensolidarität. Danke dafür.

Und wann ist Pause für mich erlaubt?

Last but not least. Ganz vergessen: auch ich teile mit dir, wann für mich Pause erlaubt ist. Das habe ich oben ganz vergessen. Artikel Nummer 16 liest du hier.

Und um die Frage zu beantworten: Wann ist jetzt Pause erlaubt?

Immer. Bedingungslos. Dann, wenn wir eine brauchen.

Was uns eint

So zumindest die Theorie. In der Praxis fällt es uns nicht immer leicht und es ist beeindruckend, wie viele unterschiedliche Begründungen wir finden, um Pausen vor uns selbst zu rechtfertigen: Gesundheit, Energie, Reizüberflutung, Leistungsdenken, die Wechseljahre, der Alltag und vieles mehr.

Aber einig sind wir schon irgendwie:

Pause braucht keinen Grund.

Christina am Ostseestrand, denkt nach über Meditation

Christina Reinisch | Stimme für Pause

Wer schreibt da?

Christina Reinisch

Ich bin Christina

Speakerin & Stimme für Pause aus Kiel. Ich glaube, dass Pause viel besser ist als ihr Ruf – und dass wir aufhören dürfen, unseren Körper wie eine Maschine zu behandeln.

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2 Kommentare zu „Wann ist also Pause erlaubt?“

  1. Avatar von Lars Richter

    Spannendes Thema! Bei mir selbst ist es mit den regelmäßigen Pausen, in denen ich auch wirklich „nichts tue“ deutlich besser geworden, seitdem wir einen Hund haben.

    Hab gestern noch einen prima Podcast dazu gehört: https://www.swr.de/swrkultur/wissen/echte-pausen-warum-abschalten-fuer-unser-gehirn-so-wichtig-ist-das-wissen-2026-09-23-100.html

    1. Avatar von Christina Reinisch

      Hallo Lars,
      was für eine wundervolle Pause – draußen mit dem Hund sein. Danke für die Ergänzung der Sammlung.

      Und zur Abwechslung etwas für die Ohren finde ich auch sehr bereichernd. Das werde ich gleich genießen – mit geschlossenen Augen selbstverständlich.

      Viele Grüße, Christina

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