Pause ist nicht nur eine Frage der Zeit – manchmal ist sie auch eine Frage des Ortes

Christina Reinisch | Stimme für Pause

Dieser Artikel entsteht im Rahmen der Blogwochen 2026 von Robert Lender et al. – mehr dazu am Ende dieses Artikels.

„Dafür habe ich keine Zeit“ höre ich sehr oft bei meiner Arbeit als Stimme für Pause. Wenn wir dann genauer hinsehen und feststellen, dass eine Pause gar nicht unbedingt viel Zeit beanspruchen muss, ist die nächste naheliegende Frage „Und wo kann ich Pause machen?“

Viele kleine Pausen können wir überall machen, auf der Arbeit, zuhause, am Schreibtisch oder sogar im Auto an der roten Ampel.

Wie sieht es denn mit etwas intensiveren Pausen aus? Wo können wir die machen?

Diese Frage kannst du in deinem ganz persönlichen Umfeld beantworten. Als Inspiration dafür teile ich heute mit dir meine top 4 Pausenplätze zwischen Kiel und Eckernförde.

So unterschiedlich sie sind, meine Lieblingsplätze, sie haben eines gemeinsam: hier kann ich wunderbar abschalten. Pause machen, aussteigen aus dem Alltag eben.

Ihre Unterschiede sind gleichzeitig ihre Stärken: jeder Ort passt zu einem unterschiedlichen Bedürfnis. Ich wiederhole mich hier gern: Nicht jede Pause ist für jeden Tag geeignet. Deine Bedürfnisse ändern sich und deshalb dürfen sich auch deine Pausen ändern.

Ich mache meine Pause gerne hier:

Am Wasser

Dünen und Blick aufs Wasser an einem Strand zwischen Kiel und Eckernförde

Zwischen Kiel und Eckernförde gibt es viele Strände, jeder ganz einzigartig. Und ich liebe es, mir den Wind um die Nase wehen zu lassen und aufs Wasser zu schauen. Das gibt mir ein Gefühl von Weite, wenn sich sonst alles eng anfühlt. Wo eben noch das Gedankenkarussell raste und ich mich feststecken fühlte zwischen Anforderungen und meinen Möglichkeiten, bringt mich der Wind auf meiner Haut und manchmal in den Haaren, wieder zurück in den Körper. Und in den Moment. Auch wenn das abgedroschen klingt – wenn der Wind die Haare zerzaust, tritt die ToDo-Liste erstmal in den Hintergrund. Dann ist da nur noch der Wind, die Weite und das Geräusch der Wellen. Ich liebe diese Pausen, weil sie nicht viel brauchen. Ein kleines bisschen Zeit und wetterangepasste Kleidung. Keine große Investition für eine kurze Auszeit. Je nach Temperatur sitze ich barfuß oder eben nicht im Sand, und manchmal spiele ich sogar mit diesem. Male mit dem Finger Muster in den Sand. Oder sammle die Muscheln, die in Reichweite liegen. Darüber kann ich mich selbst vergessen. Und an ganz stürmischen Tagen – im wörtlichen wie übertragenen Sinn – breite ich einfach die Arme aus, und stelle mir vor, wie mich der Wind davonträgt.

Mein Platz unter dem Apfelbaum

Ruheplatz unter einem Apfelbaum im Garten

Zugegeben, im Regen nicht so gemütlich, aber im Frühling und Sommer, oder jetzt an trockenen Tagen liebe ich es, hier zu liegen. Hier ist Schatten, immer frische Luft, dieses Gefühl von draußen sein – und das mit minimalem Aufwand. Perfekt für Tage, an denen sonst gar nichts mehr geht. Tür auf und raus. Mit einem Hörbuch, einem Yoga-Nidra-Audio, mit Kaffee oder ohne, manchmal nur die Augen schließen und einschlafen. Mein absoluter Wohlfühlort zuhause. Niedrigschwellig, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich brauche nur über die Türschwelle treten. Ich kann sofort dort sein, es „lohnt“ sich auch für nur fünf Minuten. Und gleichzeitig stillt es meinen Freiheitsdrang, schließlich bin ich draußen, zumindest zu einem gewissen Grad. Und die Pause dort ist effektiv – ich liege. Mein Körper braucht das. Und hier kann ich mich ablegen. Absolute Pause auf körperlicher Ebene.

Das Yogastudio Yoga Lotusland

Yogastudio Yoga Lotusland, Ort für Ruhe und Yoga

Hier gebe ich verschiedene Yoga-Angebote. Alle mit dem Fokus auf Loslassen, ganz tiefer Ruhe und Nervensystemregulierung. Und obwohl ich den Raum halte für die Teilnehmenden, kann ich hier abschalten. Sobald ich durch die Türe trete, den vertrauten Duft wahrnehme und meine „Yoga-Musik“ anmache, trete ich raus aus meinem Alltag. Hier erlebe ich Pause, die nichts mit Nichts-Tun zu tun hat. Diese Pause hier hat ganz viel zu tun mit „meiner Intuition folgen“, mit Fokus auf meinen Körper und die Atmosphäre im Raum. Wenn ich hier bin, kann ich alles vergessen, was außerhalb eine Rolle spielt.

Kaffee im Café

Kaffee und Notizbuch in einem gemütlichen Café
Café mit Blick aufs Wasser, Kaffeetasse auf dem Tisch

Wenn du schon länger bei mir liest, weißt du, dass ich gerne Kaffee trinke. Am liebsten jede Woche, am liebsten außer Haus. Hier im Gebiet zwischen Kiel und Eckernförde gibt es so viele schöne Cafés, die ich immer wieder besuche. Hier allerdings aus unterschiedlichen Beweggründen. Vielleicht brauche ich eine Pause von meinen eigenen Gedanken und eine Art Alleinsein – dann ist ein Kaffee im Café wunderbar, denn hier gibt es immer die Möglichkeit für „socializing“ wie ein lieber Mensch mir immer etwas spöttisch sagt. Vielleicht brauche ich eine Pause vom „am Laptop schreiben“. Dann sitze ich mit Bleistift und Papier und bringe so meine Gedanken zu Papier. Vielleicht habe ich einen harten Tag, dann schenke ich mir diesen Ausflug – nicht weil ich ihn mir verdient habe, sondern aus Mitgefühl. An solchen Tagen sitze ich einfach. Und schaue in meine Tasse. Nicht mehr und nicht weniger. Und es fühlt sich wunderbar an. Weil ich gut zu mir bin. Meine Lieblingscafés sind hier: Boulangerie Rustique, Café Hans, Bornhorst aan Tafel, Der Kaffeeladen vom Kaffeewagen, die Naturkostbar.

Insgesamt habe ich ein Potpourri an Lieblingsorten. Für jede Lebenslage einen, gewissermaßen. Wenn ich also spüre, es ist Zeit für eine Pause, wähle ich „Welche Pause darf es denn heute sein?“

Und weil unsere Pausen so individuell sind, wie wir alle, brauchst du nicht nach Kiel oder Eckernförde kommen, um dir eine Pause zu gönnen.

Du darfst deine ganz eigene kleine Landkarte von Pausenorten zeichnen. Für jede Lebenslage einen anderen Ort.

Dazu spüre in dich hinein, woran merkst du, dass du eine Pause brauchst? Was machst du dann? Wo kannst du hingehen, dich hinsetzen oder einfach sein?
Wo kannst du durchatmen? Oder dich bewegen?

Lass mir gern deine Pausenorte da – in den Kommentaren oder als Mail. Und „Was macht diesen Ort zu einem Pausenort für dich?“
So können wir uns austauschen und mit der Zeit eine große Pausenlandkarte zeichnen. Für den Fall, dass wir einmal auswärts eine Pause brauchen.

Part of #BlogWochen2026 – Badge der Blogwochen 2026
Diesen Text teile ich mit dir im Rahmen der Blogwochen 2026 (15.9.–15.12.2026), veranstaltet von Robert Lender, Benedikt Müller und Dirk Deimeke. Er beantwortet Schreibimpuls Nr. 2 von 5: „Ein Bericht über meine nähere Umgebung“.
Danke für das Thema und die Inspiration zu diesem Text! #BlogWochen2026

Christina am Ostseestrand, denkt nach über Meditation

Christina Reinisch | Stimme für Pause

Wer schreibt da?

Christina Reinisch

Ich bin Christina

Speakerin & Stimme für Pause aus Kiel. Ich glaube, dass Pause viel besser ist als ihr Ruf – und dass wir aufhören dürfen, unseren Körper wie eine Maschine zu behandeln.

Mehr über mich →

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