Meine Not-To-Do-Liste

Meine Not-To-Do-Liste

Wie mein Leben leichter geworden ist, seit ich manches einfach lasse

Ich hatte mir geschworen, sie nicht zu schreiben. Eine Liste der Dinge, die ich nicht (mehr) tue. 

Und jetzt das.

Du liest meine Not-To-Do-List

Ich lese nicht gern Listen-Artikel, meistens lassen sie bei mir mehr Fragen offen, als sie mir Input geben. 

Und ich schreibe nicht gerne Listen-Artikel, weil sie meinen Perfektionismus unglaublich triggern. Hier fällt es mir außergewöhnlich schwer, diese Liste zu einem Ende zu bringen. Oder zu kuratieren: „Kommt dieser Punkt wirklich rein, oder kann das weg?“

Als ich also dieses Mal begonnen hatte, „nur ein paar Stichworte“ zu machen, sind diese schnell in der Schreibtischschublade verschwunden. 

Und dann kam dieser Tag

Heute: es ist unglaublich warm, ich liege im Schatten unter dem Apfelbaum, mein Hörbuch ist zu Ende. Und jetzt? Worauf habe ich jetzt Lust? Es darf etwas sein, das mir Freude macht, mich aber nicht ins Schwitzen bringt….

Ich habe Lust zu schreiben, und „da sind doch noch die Notizen…“

Also habe ich für dich meine „Diese Dinge mache ich heute nicht mehr“-Liste notiert. Mir ist aufgefallen, dass ich diese Dinge thematisch sortieren kann, sodass es jetzt vielleicht mehrere Mini-Listen geworden sind. 

Fragen über Fragen?

Und ich hoffe sehr, dass diese Punkte in dir Fragen anstossen: Zum Beispiel „Ist das auch für mich denkbar?“ oder „Wie könnte ich diesen Impuls für mich passend machen?“ 

Denn ich schreibe diese Liste nicht, um zu zeigen, wie toll alles bei mir läuft, oder um dir Stress zu machen, dass du das auch so machen solltest. 

Seien wir ehrlich, ich habe mit dieser Liste nicht das Rad neu erfunden. 

Ich will nur sagen- vielleicht klappt das ja auch für dich. 

Vielleicht kannst du kleine persönliche Änderungen vornehmen und merkst irgendwann, dass du auch etwas Gutes in dein Leben gebracht hast – durch „diese Dinge, die ich heute nicht mehr mache.“

Meine Antwort

In der Rückschau stelle ich fest, dass ich selbst ein bisschen überrascht bin darüber, dass ich doch schon einiges integriert, oder vielmehr weggelassen habe. Und ich nehme das schon als so selbstverständlich wahr. 

Also danke ich an dieser Stelle ausdrücklich Mara Pairan für die Inspiration zu dieser Blogparade und dem Wetter für den Leerlauf, durch den dieser Artikel jetzt doch noch entstanden ist. 


Diese Dinge lasse ich weg und genieße mein Leben stattdessen: 

Punkt 1: Listen-Artikel schreiben

Das hier ist die ganz große Ausnahme. Und ja, ich muss zugeben, das Schreiben hat mir Spaß gemacht. Besonders als die Liste ohne Perfektionismus immer länger wurde. 

Alltag & Essen:

  1. Alkohol trinken: Mir tut es gut. Punkt. 
  2. Koffein trinken: Ich bin ein Schlaf-Nerd und ich tue alles, um nachts besser zu schlafen. Und ein führender Schlafforscher sagt in seinem Podcast: “Die Vorbereitung für eine gute Nacht, beginnt mit dem Moment des Aufwachens“😉. 
  3. Ohne Frühstück aus dem Haus gehen: Ich achte sehr darauf, meine Energie nicht unachtsam zu vergeuden. Genauso achtsam schaue ich, dass ich meinen Körper so gut, wie es geht mit Energie versorge. 
  4. Auf Social Media versacken: Jaa, meistens klappt das. Einfach, weil es mich in der Vergangenheit so genervt hat und ich jetzt meine eigene Bildschirmzeit einschränke. So!
  5. Mich mit Menschen treffen, die Energie ziehen: Das klingt so grausam – und manchmal ist es das auch. Es gibt einige „ganz nette“ Menschen, die ich früher immer wieder getroffen habe, und heute kommt immer mal wieder der Impuls „Ach das wäre doch auch nochmal nett!“  Ja, wäre es. Aber für „nett“ mache ich keine Verabredungen, dafür gebe ich kein Energie mehr aus. Energie und freie Zeit, Zeit für mich sind so kostbar, ich treffe mich nur noch mit Menschen, die mir gut tun. 
  6. Gute Tage überfüllen: Wenn ich einen guten Tag habe, ist die Versuchung groß, gefühlte 100 unerledigte Dinge zu erledigen. Lange habe ich der Versuchung nachgegeben, habe versucht zu funktionieren bin in die letzte Minute des Tages. Mit dem Ergebnis, dass ich in den kommenden Tagen definitiv keine guten Tage hatte – und da hat mich das Erledigte auch nicht getröstet. Heute genieße ich den Raum, erlaube mir Pausen, unter dem Apfelbaum liegen und Nichts tun. Sodass ein guter Tag die Chance hat, ein guter Tag zu bleiben. 

Beziehung zu meinem Körper:

  1. Über meine körperlichen Grenzen gehen: Ja, lässt sich nicht immer umsetzen und manchmal gibt es Gründe, die vielleicht genau das rechtfertigen – ausnahmsweise. Aber im Allgemeinen bin ich da gut davor. 
  2. Insbesondere folgende Rechtfertigung lasse ich nicht mehr gelten:
    • „Es wäre unhöflich.“ Z.B. eine Freundin bitten zu gehen, weil ich nicht weiter reden und Tee trinken kann. 
    • „Es gehört sich nicht.“ 
    • „Die anderen erwarten das von mir.“
  3. Erschöpfung rechtfertigen: Gaaaanz schwer. (Also sie NICHT zu rechtfertigen) Ich übe noch. Aber ich mache Fortschritte. Besonders seit ich erkannt habe, dass dahinter die Scham steht, nicht leistungsfähig genug zu sein. 
  4. Meinen Körper wie eine unerschöpfliche Ressource behandeln: Mein Körper tut sein Bestes um täglich die an ihn gestellten Anforderungen zu erfüllen. Ich erlebe aber auch täglich, dass meine körperlichen Möglichkeiten und meine Anforderungen deutlich auseinanderklaffen. Früher wäre ich darüber hinweggegangen, heute nehme ich Rücksicht, weil ich weiß, dass der Körper nicht unerschöpflich ist. 

Arbeit & Selbständigkeit

  1. Am Wochenende arbeiten: Ich habe es geliebt am Wochenende Workshops zu geben, aber ich merke, dass ich das Wochenende brauche, um mich von der Vorwoche zu erholen und meine Reserven aufzuladen um die kommende Woche „zu schaffen“
  2. Buchhaltung vor mir her schieben: Nutzt ja nix. Muss gemacht werden, macht mir eher Bauchschmerzen, wenn ich das vor mir herschiebe und tagelang weiß, dass ich es eigentlich erledigen sollte.
  3. Dateien erstmal irgendwo ablegen „und später aufräumen“: Mach ich eh nicht, der Berg wird riesengroß und das Durcheinander auch. ich zwinge mich, sofort aufzuräumen. 
  4. Überlegen, was ich posten soll: Entweder mir fällt etwas ein, oder nicht. Sorry, not sorry. Ich respektiere die Grenzen meines Köpers und ich stresse mich nicht wegen Social Media. 
  5. Jede Gelegenheit annehmen: Auch hier geht es wieder um die Versuchung, zu leisten, als leistungsfähig anerkannt zu werden und wahrscheinlich auch um Freude an der Arbeit. Aber heute freue ich mich über jede Anfrage. Und trotzdem prüfe ich sehr genau, ob sie nicht nur inhaltlich passt, sondern auch in meinen Kalender – inklusive ausreichend Zeit, anschließend zu regenerieren- und für meinen Körper und meine Energie passt. Ich beziehe in jede Entscheidung nicht nur Inhalt und Honorar ein, sonder v.a. die Kosten für meinen Körper. 

Willkommen Freiheit. 

Ich kann es selbst kaum glauben, dass diese Liste doch so lang geworden ist. Als Belohnung lehne ich mich jetzt erst einmal ganz bewusst zurück und freue mich über diesen Überblick. 

Wenn er bei dir Fragen aufgeworfen hat, oder du etwas anmerken möchtest schreib mir gern – per Mail an christina@deinkoerper-deinweg.de oder direkt unten in die Kommentare.  Ich freue mich sehr, von dir zu hören. 

Diesen Text teile ich mit dir als meinen Beitrag zur
Blogparade „Meine Not-To-DO-Liste“ im August 2026. Diese Blogparade wurde ausgerufen von Mara Pairan. Danke für das Thema und die Inspiration zu diesem Text. 

Christina am Ostseestrand, denkt nach über Meditation

Christina | Stimme für Pause


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