Momente der Freude. Es ist August, Hochsommer, Samstag, sonnig und warm. Ein Grund mich zu freuen. Eher schon eine ganze Handvoll Gründe mich zu freuen.
Und weil mir in der zurückliegenden Woche einige Gedanken zur Freude, zu ihren verschiedenen Ausprägungen, Auslösern und Bedingungen durch den Kopf gegangen sind, liegt für mich der Gedanke nahe, heute weitere Beobachtungen anzustellen. Wie in einem spannenden Experiment:
Welche Momente der Freude zeigen sich?
War ich offen dafür und habe sie sofort erkannt, oder erst später „kapiert“?
Was löst heute Freude in mir aus? Oder wer?
Wie reagiere ich darauf?
Mir ist wichtig, nicht aktiv Freude kreieren zu wollen. Nicht aus einem Gefühl von „Es gibt viel zu wenig Freude in meinem Leben“ heraus, oder „Heute war ein ärgerlicher Tag“. Schon gar nicht in dem Versuch Positivität zu erzwingen.
Ich möchte beobachten.
In der Achtsamkeit versuchen wir ja nicht, die Dinge zu verändern, sondern im Gegenteil, so wahrzunehmen, wie sie sind, ohne sie zu bewerten. Und gerade hier liegt die Chance, und für diesen Artikels praktisch meine Arbeitshypothese: wahrzunehmen, was ist, und am Ende des Tages auf mindestens acht freudige Augenblicke zurückblicken zu können.
Und, was soll ich schreiben? Ich habe beobachtet, und ich kann 8 freudige Augenblicke mit dir teilen.

Am 8. des Monats sammle ich acht Augenblicke aus meinem Alltag: kleine Beobachtungen, Pausen und Naturmomente, die mir begegnet sind.
Inspiriert ist diese Reihe von Susanne von atemsinn.ch.
Danke für die schöne Einladung, den eigenen Alltag mit wacherem Blick zu betrachten.
Meine 8 Momente der Freude
- Früh wach am Samstagmorgen
- Noch einmal wach werden
- Frühstück zu zweit
- Nicht automatisch Freude
- Sonne unterm Apfelbaum
- Möchtest du ein Eis?
- Vorfreude
- Am Ende des Tages
Früh wach am Samstagmorgen
Wieder einmal werde ich früh wach. Und ich freue mich. An dieser Stelle darüber, dass Samstag ist, und ich jetzt NICHT aufstehen MUSS. Ich liebe die Morgenstimmung, die frische Luft, die nach Sommer duftet und das Gefühl von nackten Füßen im taufeuchten Gras. Aber heute liegt die Freude einfach darin begründet, dass ich wählen kann: Kaffee im Gras, oder doch lieber noch liegenbleiben?
Noch einmal wach werden
Ich hatte mich für „noch etwas liegen bleiben und eine Meditation hören“ entschieden. Denn sowas geht wirklich nur genussvoll, wenn Samstag ist. Dabei muss ich wieder eingeschlafen sein. Als ich heute zum zweiten Mal wach werde, wird mir das klar, und ich empfinde es als unglaublichen Luxus heute so entspannt in den Tag starten zu können. Voller Freude stehe ich jetzt (endlich) auf.
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Frühstück zu zweit
Irgendwann am späten Vormittag ist es Zeit für ein Frühstück – und wir frühstücken zu zweit, mein Mann und ich. Das hat Seltenheitswert. Diese gemeinsame Zeit, ohne etwas organisieren zu müssen, ohne uns beeilen zu müssen. Einfach. Ein Frühstück. Geteilte Zeit und ein Gespräch über alles und nichts. Dazu Tee aus derselben Kanne, er schenkt uns beiden ein, und Pausen im Schweigen. Gemeinsam. Ich fühle Vertrautheit, Gemeinsamkeit und darüber Freude. Tiefe, aber unaufgeregte Freude.
Nicht automatisch Freude
Es geht mir gut, aber ich weiß, es würde mir besser gehen, wenn ich endlich den Stapel Arztrechnungnen bezahlen würde, der mir schon seit Tagen auf dem Magen liegt. Um mir etwas Gutes zu tun, kümmere ich mich jetzt endlich darum. Das bereitet mir keine Freude. So sehr ich auch die Augen offen halte, kann ich hier keine Freude wahrnehmen. Eher Gereiztheit, eine Art pubertären Widerstand „Ich hab keinen Bock“, und Ärger über Verwendungszwecke mit 10 Stellen, nur Zahlen und keine Leerzeichen. Wie soll man das fehlerfrei in die Banking-App übertragen? Aber dann, als ich schon innerlich mit dem Tag abgeschlossen hatte und mich verwünscht für die Idee, diese Rechnungen ausgerechnet am Wochenende anzugehen, ist es passiert: Ich war fertig. Alle Zettel abgeheftet und der Ordner im Schrank verstaut. Da spürte ich sie, diese unbändige Erleichterung. Und mit der Erleichterung kam auch die Freude, dass ich es angepackt hatte. Jetzt liegt mir das nicht mehr auf dem Magen.
Sonne unterm Apfelbaum
Nachdem ich den Rechnungsstapel bezwungen hatte, habe ich entschieden, dass der Rest des Tages nur noch mit angenehmen Dingen zu füllen ist. Deshalb habe ich mich sofort unter meinem Apfelbaum eingerichtet (Da bin ich auch bis abends nicht mehr aufgestanden). Ich liebe diesen Platz im Schatten, wo ich so gut liegen kann. Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich hier sein kann. Und heute ganz besonders. Es ist wieder so ein Luxus-Moment. Schließlich habe ich schon etwas geschafft, da freut sich auch mein Leistung-Ich mit mir.
Möchtest du ein Eis?
Ich esse nur ganz selten Eis. Und trotzdem habe ich mich hier wirklich sehr gefreut: Als ich also am Nachmittag immer noch unter meinem Baum lag und langsam aus meinem Mittagsschlaf aufwachte, kam meine Tochter vorbei: „Mama, ich nehme mir ein Eis. Soll ich dir auch eins bringen?“ Hach. Wie wundervoll. Mir geht das Herz auf – vor Freude – eben und jetzt, wo ich schreibe, noch einmal. „Danke, nein. Aber lieb, dass du fragst.“
Vorfreude
Heute ist mein Handy in Reichweite und so erreicht mich eine Nachricht meiner Freundin. Sie schlägt ein Treffen vor. Erst in zwei Wochen, aber das macht gar nichts. Meine Freude auf das Treffen beginnt schon heute. Und ich bemerke, dass Freude zusätzlich zu allen anderen Aspekten auch eine zeitliche Dimension hat. Ich kann mich über Vergangenes immer noch freuen, und jetzt schon auf einen zukünftigen Moment, und in allen Momenten dazwischen. Das ist ein spannendes Ergebnis meines Experiments.
Am Ende des Tages
Am Ende des Tages schaue ich zurück auf 7 freudige Momente und einen fast fertigen Text. Das entlockt mir ein Lächeln und eine große Portion Zufriedenheit. Ja, unaufgeregte Zufriedenheit. Gemischt mit Dankbarkeit für die freudigen Momente. Und dann schleicht sich auch noch ganz heimlich eine Spur Freude mit hinein. Mein 8. Augenblick von Freude. Einfach, weil sich hier ein Kreis schließt und sowohl meine Arbeitshypothese als auch mein Text zu einem wundervollen Ende kommen.
Mein Fazit?
An dieser Stelle bin ich versucht, dir eine gute Nacht zu wünschen.
Für den Fall, dass der Tag aber noch vor dir liegt, lade ich dich von Herzen ein, deine Augen offen zu halten und deine Momente der Freude, die dich heute erwarten, wahrzunehmen.
Wenn du magst, kannst du sie gern anschließend teilen. In Stichworten unten in den Kommentaren, oder als Mail an christina@deinkoerper-deinweg.de
Ich freue mich über jede deiner Entdeckungen.







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