Wie kommen wir durch einen Arbeitstag, ohne uns vollkommen zu verausgaben und am Ende des Tages nur noch darauf warten, dass der Tag endlich vorbeigeht?

Arbeit kann erfüllend sein, aber auch langweilig oder fordernd, nervtötend und voller Anspannung während wir den gesteckten Zielen hinterher jagen und uns an nicht enden wollenden To-Do-Listen abarbeiten. Dabei ist es unerheblich, ob wir uns diese Ziele selbst stecken, etwa weil wir selbständig sind oder perfektionistisch, oder ob unser Chef, die Kollegen oder das System uns diese Ziele vorgeben. 

Dabei kann es passieren, dass wir irgendwann keine Energie mehr verspüren. Weder für die Jagd auf die gesteckten Ziele noch für unser Privatleben, das sich immer mehr an den Rand drängen lässt oder eben abends gar nicht mehr stattfindet – weil wir einfach über den Arbeitstag alles gegeben haben und am Abend keine Reserven mehr verfügbar sind. 


Müde statt erschöpft

Meine Vision als Stimme für Pause ist, dass du Wege findest, die dir ermöglichen, abends zwar müde von der Arbeit, aber nicht vollkommen erschöpft, nach Hause zukommen und dann noch etwas zu haben vom Abend. Oder vom Wochenende. 

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, dass du im Arbeitsalltag Pausen einlegst um anschließend wieder mit voller Kraft und neuer Energie weiterzuarbeiten und am Ende des Tages wieder vollkommen erschöpft zu sein. 

Nein, in meinem Verständnis ist Pause kein Work-Hack, sondern ein Life-Hack. Etwas, das dein ganzes Leben angenehmer gestalten kann. 

Kann. Nicht muss. Und natürlich musst du nichts von meinen Ideen umsetzen. Und schon gar nicht als weitere To-Dos, die deine Liste nur weiter anwachsen lassen. 

Probiere aus, schau, was sich für dich gut anfühlt, und gönne dir das im Arbeitsalltag. Von dir. Für dich. 


Energie-Management schon im Laufe des Tages

Mein Energie-Management im Laufe des Tages folgt drei Grundgedanken:

1. Meine Energie im Laufe des Tages schützen

  • Mini-Pausen über den Arbeitstag verteilen

Die Idee ist in der Theorie simpel: Im Laufe des Tages verantwortungsvoll mit unserer Energie umgehen und schon frühzeitig immer wieder im Rahmen kleinerer Pausen „nachzutanken“, statt am Ende des Tages vollkommen leer zu sein und von dort wieder auffüllen zu müssen.

  • Bedürfnisse respektieren

Wenn es Zeit für eine Pause ist, schenke ich mir Pause. Aber nicht die eine Pause. Ich schenke mir die Pause, die ich gerade brauche. Mal ist das ein langer Blick aus dem Fenster, oder die Augen schließen, mal ein Recken und Strecken oder ein großes Glas Wasser. Du könntest überlegen, ein paar Schritte spazieren zu gehen. Aber nicht automatisch, oder weil das „dran ist“, sondern weil das gerade dein Bedürfnis ist. 

  • Wertschätzung & Atmosphäre
    Ich richte meinen Arbeitsplatz angenehme ein. Weil ich es mir wert bin. Ja, schon wieder. Ich sorge für mich. Und ich mute mir nicht zu, in einer unangenehmen Atmosphäre arbeiten zu müssen. 
  • Abwechslung in der Art der Aufgaben

Ich wechsle im Laufe des Tages immer zwischen Aufgaben verschiedener Art ab. Zwischen analytischen und kreativen oder eben zwischen herausfordernden und einfachen. So benutze ich verschiedene Fähigkeiten. Und gönne mir nach einer anstrengenden Aufgabe eine einfache, statt nahtlos weiterzukämpfen. 

2.Meine Anstrengungen und meine Grenzen erst nehmen 

  • Wertschätzung

Nach einer herausfordernden Aufgabe halte ich auf jeden Fall einmal inne. Pause. Und dann wertschätze ich, dass ich diese Aufgabe erledigt habe. Ich lasse meine Anstrengungen nicht in Selbstverständlichkeit untergehen. Auf keinen Fall. Ich lobe mich. Manchmal feiere ich mich sogar. 

Wenn etwas nicht gelingt,  halte ich genauso inne. Pause. Wertschätzung. Zum Beispiel der Tatsache, dass ich mein Bestes gegeben habe. Auch lasse ich meiner Enttäuschung Raum, statt sie wegzudrücken. Ich versuche mich zu trösten, statt nahtlos der nächsten Aufgabe hinterherzujagen. 

  • Pause ohne Rechtfertigung

Ich habe aufgehört, mich für Pausen zu rechtfertigen. Auch vor mir selber. Ja, da ist manchmal die innere Stimme, die fragt: „Wieso Pause?“. Und viellicht ist es in deiner Welt auch eine äußere Stimme. Aber wir dürfen Pause selbstverständlich werden lassen. Vielleicht nicht über Nacht, aber jeden Tag ein bisschen mehr. 

  • Tschüss Perfektionismus

Wir dürfen Aufgaben gut erledigen und dann abschließen. Lass diesen Gedanken einmal wirken. 

Es gibt keine Notwendigkeit unsere Lösungen zu zerdenken, immer und immer wieder Veränderungen, vermeintliche Verbesserungen vorzunehmen, die wir bei der nächsten Überarbeitung wieder rückgängig machen. Und schon gar nicht, nachts darüber nachzudenken. Wir dürfen sie gut erledigen und dann abschließen. Punkt. 

3. Der Arbeit nicht mein ganzes Leben überlassen 

  • Meine Grenzen wahren

Auch wenn mir meine Arbeit wahnsinnig viel Spaß macht, muss ich nicht jeden Auftrag, jede Aufgabe annehmen. Ich darf meine Grenzen wahren. 

Für meine Grenzen – und damit letztlich für meine Freizeit, für meine Gesundheit, für meine Familie, für alles, was mir noch wichtig ist – einstehen. 

  • Nicht jede Aufgabe ist ein Notfall

Ja, Arbeit ist wichtig. Für uns selbst und für diejenigen, die von unserer Arbeit profitieren. Aber trotzdem ist es „nur“ Arbeit. Und für die meisten Tätigkeit gilt „Wir operieren nicht am offenen Herzen“. Wenn du diesen Artikel liest, bist du interessiert an Wegen raus aus Erschöpfung im Arbeitsalltag. Deshalb vermute ich, dass du merkst, dass diese Erschöpfung im Alltag nicht gesund ist. Um es ganz deutlich zu machen: Welche abgeschlossene Aufgabe ist wichtiger als dein Körper????

Also lass uns unsere Gesundheit wertschätzen und zumindest in die Entscheidung mit einbeziehen, bevor wir das nächste Mal Überstunden machen. 

  • Feierabend auch im Kopf 

Ich darf zum Feierabend auch im Kopf Feierabend machen. Und damit, ähnlich wie bei den Grenzen, die ich setze, meinem Leben außerhalb der Arbeit meine Wertschätzung zeigen. Ich liebe meine Freizeit, meine Familie und Freunde, und ich schätze meine Gesundheit. Deshalb lasse ich sie nicht durch Nachlässigkeit an den Rand drängen. Ich genieße sie, ohne weiterhin an die Arbeit zu denken. Weil mir mein Leben das wert ist. 


Mein Einflussbereich

Alle diese Ideen für Energie statt Erschöpfung fangen bei mir an.

Sie sind meine Liebsten, weil ich mir mit ihnen einen Arbeitstag erarbeitet habe, der mich nicht zwangsläufig ausbrennt. 

Dennoch gibt es in unser aller Alltag Ursachen für Erschöpfung, die wir nicht einfach wegorganisieren können. Auch wenn wir uns selbst mit mehr Disziplin oder Härte begegnen, können wir nicht alles ändern. Das betrifft vor allem Bedingungen in unserem Außen. 

Wenn wir aber schon einmal mit den Dinge, Einstellungen, Glaubenssätzen beginnen, die wir beeinflussen können,  komme ich meiner Vision als Stimme für Pause zumindest ein kleines Bisschen näher. Denn diese Vision bleibt: Arbeit bleibt Arbeit – und am Ende des Tages hast du noch Kapazität für dein eigentliches Leben.


Was sind deine Ideen für Energie-Management? Was hilft dir? Was fällt dir vielleicht noch schwer?

Lass es mich wissen. Ich lese gern von dir, hier in den Kommentaren oder per Mail an christina@deinkoerper-deinweg.de


Diesen Text teile ich mit dir als meinen Beitrag zur Blogparade „Energie statt Erschöpfung im Job“ im Juli 2026. Diese Blogparade wurde ausgerufen von Nathalie von KIANA Therapien
Danke für das Thema und die Inspiration zu diesem Text. 

Christina am Ostseestrand, denkt nach über Meditation

Christina | Stimme für Pause


In meinem Newsletter „Zwischen Atem & Alltag“ schreibe ich regelmäßig über Pausen, Erschöpfung, Körperwahrnehmung und die Erlaubnis, nicht immer weiter funktionieren zu müssen.

Du bekommst persönliche Gedanken, Impulse aus meinem Alltag und Erinnerungen daran, dass Pause kein Luxus ist – direkt in dein Postfach.

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